BEST WESTERN PLUS Hotel Steinsgarten
THE WORLD'S LARGEST HOTEL CHAIN
°
< Mi, 28.06.2017 >
+49 (0)641-3899 0

Stadtchronik Gießen

Die Chronik der Stadt Gießen

775
Wieseck sowie die Wüstungen Selters und Ursenheim werden erstmals urkundlich erwähnt.
1150
Um diese Zeit läßt Graf Wilhelm von Gleiberg im Mündungsgebiet der Wieseck in die Lahn die Wasserburg "Zu den Giezzen" errichten.
1197
Ersterwähnung Gießens: In einer Urkunde erscheint "Salome comitissa de giezzen".
1248
Gießen wird erstmals als Stadt bezeugt.
1264/65
Übergang der Herrschaft Gießen an die Landgrafen von Hessen.
ca. 1300
Bau einer zweiten Burg, heute "Altes Schloß" am Brandplatz; Erweiterung und Verbesserung der Straßenbefestigung.
1325
Erste bekannte Stadterweiterung: Landgraf Otto I. gibt den Bürgern der "Neustadt" und allen anderen, die vor der Mauer wohnen, dieselben Rechte wie den Bürgern innerhalb der Mauern.
ca. 1370
Nach den landgräflichen Burgmannen treten gleichberechtigt der Bürgermeister und der Rat der Stadt Gießen.
1430
Landgraf Ludwig II., der "Friedfertige" verleiht der Stadt eine erweiterte Ratsordnung: Neben den "Schöffenrat" tritt der "gemeine" Rat. 
1442
Landgraf Ludwig II. verleiht der Stadt das Recht, im Jahr zwei Jahrmärkte abzuhalten. 
ca. 1450
Bau des alten Rathauses (am Marktplatz) 
ca. 1470
Neubau eines Hospitals und Gotteshauses für die Kranken (Hospital schon 1393 erwähnt), gelegen am Seltersweg in der Höhe der heutigen Maigasse. 
1484
Bau der Stadtkirche (St. Pankratius) 
1489
Kapelle beim Siechenhaus zu den "Guten Leuten" (Aussätzige) in der Nähe der heutigen Wieseckbrücke in der Frankfurter Straße erbaut. 
1529
Pestepedemie in Gießen 
1530
Landgraf Philipp der Großmütige läßt Gießen zu einer wehrfähigen Festung ausbauen. 
1530-32
Errichtung des "Alten Friedhofs" am Nahrungsberg 
1533-37
Bau eines Neuen Schlosses 
 
 
1560-1564
Wiederaufbau der Festung 
 
1582
Erste Steinbrücke über die Lahn (1552 war die hölzerne Brücke bei einem Hochwasser weggeschwemmt worden.) 
 
 
1605
Das Gymnasium wird als Vorläufer der Universität eröffnet. 
1607
Gießen wird Universitätsstadt.
Durch ein Privileg von Kaiser Rudolf II. wird am 19. Mai die Universität gegründet, um im lutherischen Hessen-Darmstadt ein Gegengewicht gegen die reformierte Universität Marburg zu schaffen. 
1607-1611
Bau des Collegiengebäudes (Universität) 
1609
Der Botanische Garten, heute der älteste seiner Art in Deutschland, wird eröffnet. 
1624-1650
Rückverlegung der Universität nach Marburg 
1634-1635
Schwere Pestzeit in Gießen. Mehr als 1500 Tote.
1650
Wiedereröffnung der Universität 
1707
Stadt verkauft ihren Anteil (4/7) an die Markgenossenschaft Altenstruth, an Wieseck und Alten-Buseck. 
1722/ 23
Reglement des Landgrafen regelt das Finanzwesen der Stadt nach Jahren der Mißwirtschaft und einer Finanzkrise Die Selbstverwaltung der Stadt wird stark eingeschränkt.
1750
Die erste Zeitung Gießens, das "Gießener Wochenblatt" erscheint.
1758-1763
Besetzung der Stadt durch die Franzosen während des 7-jährigen Krieges
1773
Christian v. Schwalbach, der letzte Gießener Burgmann, stirbt.
1796
Beschießung der Stadt durch die österreichische Armee (81 Häuser beschädigt)
1796-1799
Während der Revolutionskriege ist Gießen zeitweise von den Franzosen besetzt.
1803
Gießen wird nach der neuen Provinzeinteilung Sitz der Provinzialverwaltung Oberhessen.
1803-1810
Entfestigung, Schleifung der Befestigungsanlagen, Beseitigung der Stadttore und Bau von Wachhäuschen an den verbreiterten Stadtausgängen (Oktroihäuschen)
1806
Einführung der Straßenbeleuchtung mit Öllaternen
1809
Der Schiffenberg wird großherzogliche Domäne
1810-1820
Neubau des Kirchenschiffs der Stadtkirche im klassizistischen Stil (Architekt: Georg Moller)
1812
Georg Philipp Gail gründet die erste Rauchtabakfabrik.
1814
18. November: Hebammen- und Entbindungsanstalt wird eröffnet.
 
1815
Regulierung der Wieseck
 
1816-1819
Anfänge des Turnens in Gießen unter maßgeblichem Einfluß Karl Follens (Führer der "Gießner Schwarzen")
 
1818
Stadterweiterung, Anlage der Universitätsstraße (Liebigstraße), Bau einer Kaserne (später alte Klinik, 1967 abgerissen)
 
1821
Gießen wird Sitz der Provinzialregierung Oberhessen im Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Die Stadt hat etwa 5.500 Einwohner.
"Auseinandersetzungen" zwischen Studenten und Militär führen zur Verlegung der Garnison nach Worms.
 
1821/22
Im Zuge der Verwaltungsreform wird Gießen Sitz eines Landrats- und Justizamts.
 
1822
Aufhebung der alten Stadtverfassung und Einführung der Gemeindeordnung
 
1824
Justus von Liebig lehrt bis 1852 an der Gießener Universität.
 
1826
Wilhelm Liebknecht, der Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, wird am 29. März in Gießen geboren.
 
1827-1829
Umbau der Kaserne zur Universitätsklinik
 
1832
Gießen wird Kreisstadt, Sitz der Kreisverwaltung.

1833/34
Georg Büchner hält sich in Gießen auf und verfaßt auf der Badenburg die Schrift "Der Hessische Landbote".

1837
Fertigstellung der Chaussee nach Grünberg
Erste eiserne Brücke über die Wieseck
Bau der Realschule durch die Stadt, mit staatlichen Zuschüssen
Abbruch der letzten Stadtpforte aus dem Mittelalter (Neustädter Tor)
 
1848
3. März: Unblutige Tumulte in Gießen
4. März: Aufruf des Bürgermeisters Ferber, der als Vertreter der Stadt in das Frankfurter Parlament berufen wurde zur Bildung einer Bürgergarde. 1200 Männer aus den Ständen und Parteien melden sich.
18. Mai: Carl Vogt legt das Kommando der Bürgergarde nieder, weil er als Vertreter der Stadt in das Frankfurter Parlament berufen wurde.
30. August: Die Studenten treten aus der Bürgergarde aus und geraten in Gegensatz zu ihr. Es gibt einen Sturm auf das Rathaus, der mit dem Bajonett abgewehrt wird. Der einzige Schuß tötet einen Studenten namens Pfannmüller.
1849/50
Mit der Main-Weser-Bahn wird Gießen an das Eisenbahnnetz angeschlossen.
1857
Gasbeleuchtung seit 1. Januar in Betrieb
1860
Erstmals Hinauswachsen der Stadt über den Festungsring nach Süden und Osten (Straßenzüge an der Südanlage 1863-65 und Ludwigstraße 1871)
1862
Eröffnung der Eisenbahnlinie nach Köln
1864
Das Postamt in der Bahnhofstraße wird gebaut.
Eisenbahnanschluß nach Koblenz
1865
Bau der Turnhalle an der Südanlage
1865-1867
Bau der Synagoge an der Stelle der heutigen Kongresshalle  
1867
Gießen wird wieder Garnisonsstadt und bekommt ein Jägerbataillon.
1870-1872
Eisenbahnanschlüsse nach Fulda und Gelnhausen  
1874-1876
Bau der Realschule in der Ludwigstraße (erweitert 1897/98) 
1878
Bau der höheren Töchterschule in der Schillerstraße 
1879
Januar: Einweihung des Gymnasiums an der Südanlage
Eröffnung des Oberhessischen Museums durch den 1878 gegründeten Geschichtsverein
Einzug in das Justizgebäude in der Ostanlage nach Neuordnung des Justizwesens
Wilhelm Conrad Röntgen lehrt bis 1888 an der Gießener Universität. Beerdigt ist er auf dem Alten Friedhof. 
1883
Errichtung des Städtischen Wasserwerks 
1885-1887
Bau der Kaserne am Trieb (Bergkaserne) - erweitert 1895-1896 
1887
Bau der Goetheschule 
1889
Bau des Schlachthofes - erweitert 1909-1910 
1891-1892
Errichtung der Schule in der Nordanlage 
1891-1893
Bau der Johanneskirche 
1893
Das Alte Schloß auf dem Kanzleiberg wird städtisches Eigentum 
1894
1. August: Eröffnung der ersten Pferdeomnibuslinien 
1898
Als eines der modernsten Hallenbäder Deutschlands wird das Gießener Volksbad eröffnet.  
1900
Einweihung der orthodoxen Synagoge in der Steinstraße
Erster Pferdemarkt in Gießen 
1900-1901
Errichtung des Städtischen Elektrizitätswerks, erweitert 1907-1908 und 1930 
1902-1904
Bau der Universitätsbibliothek in der Bismarckstraße (im Krieg zerstört) 
1902-1907
Herstellung der Kanalisation und einer Kläranlage (1904 - 1905) 
1903
Bau der Provinzial-Pflegeanstalt
Beginn des Umbaus im Südflügel des Alten Schlosses zur Aufnahme der Sammlungen des oberhessischen Geschichtsvereins 
1904-1905
Neubau der katholischen Kirche in der Liebigstraße 
1906-1907
Bau des Stadttheaters unter anderem aus Spenden der Bürgerschaft

1907
Das Gießener Stadttheater, das seine Entstehung einer Initiative der Bürger verdankt, wird eingeweiht.

1909
Die Elektrische Straßenbahn löst die Pferdebahn ab.

1933
Beginn der Inhaftierung der sogenannten "Staatsfeinde" (SPD- und KPD-Mitglieder)

1937-1938
Beginn der Altstadtsanierung

1939
Gießen wird kreisfreie Stadt. Die Dörfer Wieseck, Kleinlinden und die Gemarkung Schiffenberg werden eingemeindet. Die Zahl der Einwohner wächst auf 42.000.

1942
Von August bis Dezember werden die letzten 150, der einst über 1.000 zählenden, jüdischen Bürgerinnen und Bürger in die Vernichtungslager transportiert.

1944
Durch schwere Luftangriffe wird Gießen zu rund 75 Prozent zerstört und verliert fast vollständig seine historische Bausubstanz.

1945
27.-28. März: Besetzung durch amerikanische Truppen

1950-1969
Erschließung neuer Wohngebiete, Errichtung neuer Industrieanlagen

1957
26. Juni: Justus-Liebig-Hochschule (seit 1948) wird wieder Universität.

1961
4. April: Eröffnung der Hochschule für Erziehung

1969
Juni: Hessentag in Gießen

1971
Allendorf und Rödgen werden eingemeindet. Gießen hat jetzt 78.000 Einwohner.

1974
Der Landtag schafft die gesetzlichen Grundlagen für die "Stadt Lahn".

1977
Am 1. Januar wird Gießen mit Wetzlar und 14 weiteren Gemeinden zu Deutschlands jüngster Großstadt, der "Stadt Lahn", zusammengeschlossen.

1977
20. März: In der Kommunalwahl sprechen sich die Bürger mit Mehrheit gegen die "Stadt Lahn" aus.

1979
Die Stadt Lahn wird am 31. Juli aufgelöst. Gießen ist wieder selbstständig und wird nur noch um den Stadtteil Lützellinden erweitert.

1986
1. Mai: Das Bundesnotaufnahmelager wird "Zentrale Aufnahmestelle des Landes Hessen".

1989
Nach Öffnung der Grenze zur DDR erlebt die Zentrale Aufnahmestelle einen Ansturm wie noch nie (22.926 Übersiedler kommen im November nach Gießen).

1991
Die Zentrale Aufnahmestelle wird als Asylbewerber-Aufnahmestelle genutzt.

1993
1. April : Das Notaufnahmelager Gießen wird "Erstaufnahmestelle des Landes Hessen für Asylbewerber". Damit endet die Arbeit des Notaufnahmelagers und der späteren Zentralen Aufnahmestelle Hessen.
 
1993
30. September: Die Steubenkaserne wird aufgelöst. 
1994
19. Juni: Der Wochenmarkt feiert das 100-jährige Bestehen.
Juli: Die Stadt Gießen wird Mitglied im Rhein-Main-Verkehrsverbund. 
1995
28. August: 56 Jahre nach der Zerstörung der Synagogen in Gießen wird im Burggraben das neu errichtete Zentrum der Jüdischen Gemeinde eingeweiht. 
1996
Juni: Offiziell eröffnet wird das Zentrallager des Nürnberger Bundes. Es ist die erste Großansiedlung von Gewerbe in der jüngst von der Stadt erworbenen ehemaligen Steubenkaserne (Europaviertel).
1997/98
Gießen feiert sein Stadtjubiläum: 800 Jahre Ersterwähnung, 750 Jahre Stadt.