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Giessens Botanischer Garten

Botanischer Garten


Der Botanische Garten Gießen ist eine Einrichtung des Fachbereichs Biologie und Chemie der Justus-Liebig-Universität für die botanische Lehre und Forschung. Vom 20. März bis 20. Oktober ist er öffentlich zugänglich. Auf einer Fläche von etwa 3 ha werden ca. 7500 Pflanzenarten aus der ganzen Welt kultiviert.

In 2009 wurde der Botanische Garten 400 Jahre alt und ist damit der älteste Garten seiner Art am ursprünglichen Standort.





Öffnungszeiten des Botanischen Gartens

Montag - Freitag Samstag, Sonn- und Feiertags

19.03. - 30.04. 8.00 - 15.30 Uhr 8.00 - 16.00 Uhr
01.05. - 31.08. 8.00 - 19.00 Uhr 8.00 - 18.00 Uhr
01.09. - 30.09. 8.00 - 18.00 Uhr 8.00 - 18.00 Uhr
01.10. - 20.10. 8.00 - 15.30 Uhr 8.00 - 16.00 Uhr

Öffnungszeiten der Gewächshäuser
• 15.05. - 15.09: täglich 10.00 - 12.00 und 13.30 - 15.30 

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Ein Rundgang durch den Botanischen Garten der Justus-Liebig-Universität Gießen

Das Freiland

Auffällig ist der alte Baumbestand, der weite Teile des Gartens einnimmt. Schon aus einiger Entfernung grüßt am Eingang ein großer Berg-Mammutbaum die Besucher. Wenige Schritte weiter umrahmen zwei mächtige Platanen das Denkmal für FRIEDRICH LUDWIG WALTHER (1759-1824), dem Gründer des Forstbotanischen Gartens. Gegenüber dem Alten Schloß befindet sich der älteste Baum im Garten, ein männlicher Ginkgo, der nachweislich 1816 gepflanzt wurde. Vor der Gartenverwaltung, die fast komplett von der Dreispitz-Jungfernrebe eingehüllt wird, steht eine große Chinesische Flügelnuß. Nicht weit davon entfernt befinden sich ebenfalls große Exemplare von Japanischem Korkbaum, Kaukasischer Flügelnuß, Katsurabaum und Amerikanischem Amberbaum. Der komplette Gehölzbestand mit ca. 400 Baum- und Straucharten ist demnächst auf der homepage des Gartens abrufbar.
Am Konzertplatz befindet sich seit zwei Jahren eine Blumenuhr. Schon der griechische Philosoph Threophrastos berichtet über einen Tagesverlauf der Blütenöffnung. Linnaeus brachte im 18.Jahrhundert viele solcher Beobachtungen in einer Blumenuhr zusammen, die er im Botanischen Garten Uppsala anpflanzen ließ. Dabei wurde das zeitlich versetzte Öffnen und Schließen bestimmter Blüten benutzt um die Uhrzeit anzuzeigen. In der Gießener „Maxi-Blumenuhr“ nach einem Entwurf von Prof. Aart van Bel stellt der äußere Kreis die klassische Blumenuhr dar, im mittleren Kreis sieht man anhand von Zwiebelblumen die Monate und die Sträucher in der Mitte sind die Vertreter der Jahreszeiten.

Passend zum neuen Leitbild des Botanischen Gartens als „Garten der Evolution“ sowie zum diesjährigen Darwin-Jahr findet der Besucher ab Sommer dieses Jahres einen Evolutions-Denkpfad vor. Der von hohem Bambus gesäumte, als Labyrinth angelegte Sandweg repräsentiert den Sandpath von Darwins Down-House. Der Besucher wird an verschiedenen Stationen mit den zentralen Fragen des Lebens konfrontiert, um in der letzten Station „Denkmal an Darwin“ Antworten zu finden.

Ein blindengercht gestalteter Duft- und Tastgarten lädt seit 2007 die Besucher zum Verweilen ein. Ebenfalls streng gegliedert, in diesem Fall nach den Inhaltsstoffen, ist die Medizinalpflanzenabteilung, der ursprüngliche „hortus medicus“. Fußend auf der Erkenntnis von PARACELSUS (1493-1541), dass „All´ Ding sind Gift und nichts ohn´ Gift; allein die Dosis macht, das ein Ding kein Gift ist“ gibt es keine Aufteilung in Heil- und Giftpflanzen.

Die geografischen sowie pflanzensoziologischen Abteilungen sind aufgrund der beschränkten Flächen nur kleinräumig vorhanden. Steppe und Prärie, durch einen schmalen Weg getrennt, laden zu einer vergleichenden Betrachtung ein. Die Bereiche mit Sandtrocken- sowie Kalkmagerrasen sollen Studierende wie Besucher auf die Flora dieser in der Natur gefährdeten Standorte hinweisen.
Das Alpinum zeigt eine reiche Auswahl von Pflanzen der Hochgebirge. Die Spanne reicht von den Pflanzen der Alpen und Pyrenäen, von Balkan und Kaukaus, über Rocky Mountains, Anden und Neuseeländischen Alpen bis hin zum Himalaja.

Eine Besonderheit stellt die kulturhistorische Abteilung dar.

Blütenbiologische Erkenntnisse können in der Abteilung mit Vogelblumen gesammelt werden. Die umfangreiche Sammlung an Kübelpflanzen wird von Mai bis Oktober rund um die Gewächshäuser präsentiert. Sumpf- und Wasserpflanzen werden in zwei Becken gezeigt, die wiederum für die Gartenhistorie bedeutsam sind. Eine Auswahl alter Duftrosen rundet diesen von den Besuchern stark frequentierten Gartenteil ab.

Die Gewächshäuser

Der Besucher findet Im Bot. Garten zwei Gewächshauskomplexe, die sich auf den ersten Blick deutlich voneinander unterscheiden. Der ältere und größere Komplex geht von seiner Grundstruktur auf einen Bau von 1858 zurück und wurde nach den Zerstörungen im 2. Weltkrieg erneuert. Der kleinere Komplex wurde 1980 neu erstellt, wobei die Konstruktion wie der Vorgängerbau an gleicher Stelle etwa einen Meter in den Boden eingesenkt wurde.

Im alten Komplex sind die Pflanzen in teilweise kleinen Abteilungen entweder nach ihren Ansprüchen an Temperatur und Luftfeuchte oder nach ihrer systematischen Zuordnung zusammengefaßt.

Im neueren Gewächshauskomplex sind drei Abteilungen für Besucher zugänglich. Im Kanarenhaus ist eine kleine Auswahl von auf den Kanarischen Inseln beheimateten Pflanzen zu sehen. Im Mittelhaus gibt es u. A. Sammlungen von Akanthus- und Gesneriengewächsen zu sehen, ebenso Ameisenpflanzen, die am Naturstandort in ihrem verdickten Stamm Ameisen berherbergen. In einem größeren Schauhaus sind bekannte tropische Nutzpflanzen wie Kaffee, Kakao und Zwergbanane, aber auch weniger bekannte Arten wie Colabaum, Surinamkirsche, Durianbaum, Breiapfelbaum und Kapok zu finden

Seit 1609 ist der Botanische Garten Gießen fester Bestandteil und zentraler Ort von Forschung und Lehre der Universität Gießen. In keinem anderen Zentrum bilden sich die Schwerpunkte der Universitätsentwicklung hin zum heutigen universitären Leitbild und Zukunftskonzept Human Life and its Resources so deutlich ab wie hier. Forschung und Lehre zur Biodiversität der Pflanzen und das Verständnis der Mechanismen der Evolution des Lebendigen als Grundlage der Ressourcen menschlichen Lebens prägen die Entwicklung des Gartens vom Hortus medicus zum “Garten der Evolution”.

Quelle: www.uni-giessen.de