
SehenswürdigkeitenBurgen & Schlösser BasisdatenGeografische Lage Koordinaten: 50° 35` N, 8° 40` O von GreenwichHöhenlage Im Stadtzentrum (Altes Schloss): 159 m über NN Höchster Punkt (Hangelstein): 304 m über NN Stadtgebietsfläche 7.256,2 ha bzw. 72.562 km² Umfang/Ausdehnung Größte Ost-West-Ausdehnung: 14,9 km Größte Nord-Süd-Ausdehnung: 12,1 km Länge der Stadtgrenze: 70,0 km Flusslänge der Lahn im Stadtgebiet: ca. 6,5 km Bundesland: Hessen Regierunsgbezirk: Gießen Landkreis: Gießen Einwohner: ca. 74.000 Bevölkerungsdichte: ca. 1019 Einwohner je km² Partnerstädte
|
| 775 |
| Wieseck sowie die Wüstungen Selters und Ursenheim werden erstmals urkundlich erwähnt. |
| 1150 |
| Um diese Zeit läßt Graf Wilhelm von Gleiberg im Mündungsgebiet der Wieseck in die Lahn die Wasserburg "Zu den Giezzen" errichten. |
| 1197 |
| Ersterwähnung Gießens: In einer Urkunde erscheint "Salome comitissa de giezzen". |
| 1248 |
| Gießen wird erstmals als Stadt bezeugt. |
| 1264/65 |
| Übergang der Herrschaft Gießen an die Landgrafen von Hessen. |
| ca. 1300 |
| Bau einer zweiten Burg, heute "Altes Schloß" am Brandplatz; Erweiterung und Verbesserung der Straßenbefestigung. |
| 1325 |
| Erste bekannte Stadterweiterung: Landgraf Otto I. gibt den Bürgern der "Neustadt" und allen anderen, die vor der Mauer wohnen, dieselben Rechte wie den Bürgern innerhalb der Mauern. |
| ca. 1370 |
| Nach den landgräflichen Burgmannen treten gleichberechtigt der Bürgermeister und der Rat der Stadt Gießen. |
| 1430 |
| Landgraf Ludwig II., der "Friedfertige" verleiht der Stadt eine erweiterte Ratsordnung: Neben den "Schöffenrat" tritt der "gemeine" Rat. |
| 1442 |
| Landgraf Ludwig II. verleiht der Stadt das Recht, im Jahr zwei Jahrmärkte abzuhalten. |
| ca. 1450 |
| Bau des alten Rathauses (am Marktplatz) |
| ca. 1470 |
| Neubau eines Hospitals und Gotteshauses für die Kranken (Hospital schon 1393 erwähnt), gelegen am Seltersweg in der Höhe der heutigen Maigasse. |
| 1484 |
| Bau der Stadtkirche (St. Pankratius) |
| 1489 |
| Kapelle beim Siechenhaus zu den "Guten Leuten" (Aussätzige) in der Nähe der heutigen Wieseckbrücke in der Frankfurter Straße erbaut. |
| 1529 |
| Pestepedemie in Gießen |
| 1530 Landgraf Philipp der Großmütige läßt Gießen zu einer wehrfähigen Festung ausbauen. |
| 1530-32 Errichtung des "Alten Friedhofs" am Nahrungsberg |
| 1533-37 Bau eines Neuen Schlosses |
| 1560-1564 Wiederaufbau der Festung |
| 1582 Erste Steinbrücke über die Lahn (1552 war die hölzerne Brücke bei einem Hochwasser weggeschwemmt worden.) |
| 1605 Das Gymnasium wird als Vorläufer der Universität eröffnet. |
| 1607 Gießen wird Universitätsstadt. Durch ein Privileg von Kaiser Rudolf II. wird am 19. Mai die Universität gegründet, um im lutherischen Hessen-Darmstadt ein Gegengewicht gegen die reformierte Universität Marburg zu schaffen. |
| 1607-1611 Bau des Collegiengebäudes (Universität) |
| 1609 Der Botanische Garten, heute der älteste seiner Art in Deutschland, wird eröffnet. |
| 1624-1650 Rückverlegung der Universität nach Marburg |
| 1634-1635 Schwere Pestzeit in Gießen. Mehr als 1500 Tote. |
| 1650 Wiedereröffnung der Universität |
| 1707 Stadt verkauft ihren Anteil (4/7) an die Markgenossenschaft Altenstruth, an Wieseck und Alten-Buseck. |
| 1722/ 23 Reglement des Landgrafen regelt das Finanzwesen der Stadt nach Jahren der Mißwirtschaft und einer Finanzkrise Die Selbstverwaltung der Stadt wird stark eingeschränkt. |
| 1750 Die erste Zeitung Gießens, das "Gießener Wochenblatt" erscheint. |
| 1758-1763 Besetzung der Stadt durch die Franzosen während des 7-jährigen Krieges |
| 1773 Christian v. Schwalbach, der letzte Gießener Burgmann, stirbt. |
| 1796 Beschießung der Stadt durch die österreichische Armee (81 Häuser beschädigt) |
| 1796-1799 Während der Revolutionskriege ist Gießen zeitweise von den Franzosen besetzt. |
| 1803 Gießen wird nach der neuen Provinzeinteilung Sitz der Provinzialverwaltung Oberhessen. |
| 1803-1810 Entfestigung, Schleifung der Befestigungsanlagen, Beseitigung der Stadttore und Bau von Wachhäuschen an den verbreiterten Stadtausgängen (Oktroihäuschen) |
| 1806 Einführung der Straßenbeleuchtung mit Öllaternen |
| 1809 Der Schiffenberg wird großherzogliche Domäne |
| 1810-1820 |
| Neubau des Kirchenschiffs der Stadtkirche im klassizistischen Stil (Architekt: Georg Moller) |
| 1812 |
| Georg Philipp Gail gründet die erste Rauchtabakfabrik. |
| 1814 |
| 18. November: Hebammen- und Entbindungsanstalt wird eröffnet. |
| 1815 |
| Regulierung der Wieseck |
| 1816-1819 |
| Anfänge des Turnens in Gießen unter maßgeblichem Einfluß Karl Follens (Führer der "Gießner Schwarzen") |
| 1818 |
| Stadterweiterung, Anlage der Universitätsstraße (Liebigstraße), Bau einer Kaserne (später alte Klinik, 1967 abgerissen) |
| 1821 |
| Gießen wird Sitz der Provinzialregierung Oberhessen im Großherzogtum Hessen-Darmstadt. Die Stadt hat etwa 5.500 Einwohner. "Auseinandersetzungen" zwischen Studenten und Militär führen zur Verlegung der Garnison nach Worms. |
| 1821/22 |
| Im Zuge der Verwaltungsreform wird Gießen Sitz eines Landrats- und Justizamts. |
| 1822 |
| Aufhebung der alten Stadtverfassung und Einführung der Gemeindeordnung |
| 1824 |
| Justus von Liebig lehrt bis 1852 an der Gießener Universität. |
| 1826 |
| Wilhelm Liebknecht, der Mitbegründer der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, wird am 29. März in Gießen geboren. |
| 1827-1829 |
| Umbau der Kaserne zur Universitätsklinik |
| 1832 |
| Gießen wird Kreisstadt, Sitz der Kreisverwaltung. 1833/34 Georg Büchner hält sich in Gießen auf und verfaßt auf der Badenburg die Schrift "Der Hessische Landbote". 1837 Fertigstellung der Chaussee nach Grünberg Erste eiserne Brücke über die Wieseck Bau der Realschule durch die Stadt, mit staatlichen Zuschüssen Abbruch der letzten Stadtpforte aus dem Mittelalter (Neustädter Tor) |
| 1848 |
| 3. März: Unblutige Tumulte in Gießen 4. März: Aufruf des Bürgermeisters Ferber, der als Vertreter der Stadt in das Frankfurter Parlament berufen wurde zur Bildung einer Bürgergarde. 1200 Männer aus den Ständen und Parteien melden sich. 18. Mai: Carl Vogt legt das Kommando der Bürgergarde nieder, weil er als Vertreter der Stadt in das Frankfurter Parlament berufen wurde. 30. August: Die Studenten treten aus der Bürgergarde aus und geraten in Gegensatz zu ihr. Es gibt einen Sturm auf das Rathaus, der mit dem Bajonett abgewehrt wird. Der einzige Schuß tötet einen Studenten namens Pfannmüller. |
| 1849/50 |
| Mit der Main-Weser-Bahn wird Gießen an das Eisenbahnnetz angeschlossen. |
| 1857 |
| Gasbeleuchtung seit 1. Januar in Betrieb |
| 1860 |
| Erstmals Hinauswachsen der Stadt über den Festungsring nach Süden und Osten (Straßenzüge an der Südanlage 1863-65 und Ludwigstraße 1871) |
| 1862 |
| Eröffnung der Eisenbahnlinie nach Köln |
| 1864 |
| Das Postamt in der Bahnhofstraße wird gebaut. Eisenbahnanschluß nach Koblenz |
| 1865 |
| Bau der Turnhalle an der Südanlage |
| 1865-1867 |
| Bau der Synagoge an der Stelle der heutigen Kongresshalle |
| 1867 |
| Gießen wird wieder Garnisonsstadt und bekommt ein Jägerbataillon. |
| 1870-1872 |
| Eisenbahnanschlüsse nach Fulda und Gelnhausen |
| 1874-1876 |
| Bau der Realschule in der Ludwigstraße (erweitert 1897/98) |
| 1878 |
| Bau der höheren Töchterschule in der Schillerstraße |
| 1879 |
| Januar: Einweihung des Gymnasiums an der Südanlage Eröffnung des Oberhessischen Museums durch den 1878 gegründeten Geschichtsverein Einzug in das Justizgebäude in der Ostanlage nach Neuordnung des Justizwesens Wilhelm Conrad Röntgen lehrt bis 1888 an der Gießener Universität. Beerdigt ist er auf dem Alten Friedhof. |
| 1883 |
| Errichtung des Städtischen Wasserwerks |
| 1885-1887 |
| Bau der Kaserne am Trieb (Bergkaserne) - erweitert 1895-1896 |
| 1887 |
| Bau der Goetheschule |
| 1889 |
| Bau des Schlachthofes - erweitert 1909-1910 |
| 1891-1892 |
| Errichtung der Schule in der Nordanlage |
| 1891-1893 |
| Bau der Johanneskirche |
| 1893 |
| Das Alte Schloß auf dem Kanzleiberg wird städtisches Eigentum |
| 1894 |
| 1. August: Eröffnung der ersten Pferdeomnibuslinien |
| 1898 |
| Als eines der modernsten Hallenbäder Deutschlands wird das Gießener Volksbad eröffnet. |
| 1900 |
| Einweihung der orthodoxen Synagoge in der Steinstraße Erster Pferdemarkt in Gießen |
| 1900-1901 |
| Errichtung des Städtischen Elektrizitätswerks, erweitert 1907-1908 und 1930 |
| 1902-1904 |
| Bau der Universitätsbibliothek in der Bismarckstraße (im Krieg zerstört) |
| 1902-1907 |
| Herstellung der Kanalisation und einer Kläranlage (1904 - 1905) |
| 1903 |
| Bau der Provinzial-Pflegeanstalt Beginn des Umbaus im Südflügel des Alten Schlosses zur Aufnahme der Sammlungen des oberhessischen Geschichtsvereins |
| 1904-1905 |
| Neubau der katholischen Kirche in der Liebigstraße |
| 1906-1907 |
| Bau des Stadttheaters unter anderem aus Spenden der Bürgerschaft 1907 Das Gießener Stadttheater, das seine Entstehung einer Initiative der Bürger verdankt, wird eingeweiht. 1909 Die Elektrische Straßenbahn löst die Pferdebahn ab. 1933 Beginn der Inhaftierung der sogenannten "Staatsfeinde" (SPD- und KPD-Mitglieder) 1937-1938 Beginn der Altstadtsanierung 1939 Gießen wird kreisfreie Stadt. Die Dörfer Wieseck, Kleinlinden und die Gemarkung Schiffenberg werden eingemeindet. Die Zahl der Einwohner wächst auf 42.000. 1942 Von August bis Dezember werden die letzten 150, der einst über 1.000 zählenden, jüdischen Bürgerinnen und Bürger in die Vernichtungslager transportiert. 1944 Durch schwere Luftangriffe wird Gießen zu rund 75 Prozent zerstört und verliert fast vollständig seine historische Bausubstanz. 1945 27.-28. März: Besetzung durch amerikanische Truppen 1950-1969 Erschließung neuer Wohngebiete, Errichtung neuer Industrieanlagen 1957 26. Juni: Justus-Liebig-Hochschule (seit 1948) wird wieder Universität. 1961 4. April: Eröffnung der Hochschule für Erziehung 1969 Juni: Hessentag in Gießen 1971 Allendorf und Rödgen werden eingemeindet. Gießen hat jetzt 78.000 Einwohner. 1974 Der Landtag schafft die gesetzlichen Grundlagen für die "Stadt Lahn". 1977 Am 1. Januar wird Gießen mit Wetzlar und 14 weiteren Gemeinden zu Deutschlands jüngster Großstadt, der "Stadt Lahn", zusammengeschlossen. 1977 20. März: In der Kommunalwahl sprechen sich die Bürger mit Mehrheit gegen die "Stadt Lahn" aus. 1979 Die Stadt Lahn wird am 31. Juli aufgelöst. Gießen ist wieder selbstständig und wird nur noch um den Stadtteil Lützellinden erweitert. 1986 1. Mai: Das Bundesnotaufnahmelager wird "Zentrale Aufnahmestelle des Landes Hessen". 1989 Nach Öffnung der Grenze zur DDR erlebt die Zentrale Aufnahmestelle einen Ansturm wie noch nie (22.926 Übersiedler kommen im November nach Gießen). 1991 Die Zentrale Aufnahmestelle wird als Asylbewerber-Aufnahmestelle genutzt. 1993 1. April : Das Notaufnahmelager Gießen wird "Erstaufnahmestelle des Landes Hessen für Asylbewerber". Damit endet die Arbeit des Notaufnahmelagers und der späteren Zentralen Aufnahmestelle Hessen. |
| 1993 |
| 30. September: Die Steubenkaserne wird aufgelöst. |
| 1994 |
| 19. Juni: Der Wochenmarkt feiert das 100-jährige Bestehen. Juli: Die Stadt Gießen wird Mitglied im Rhein-Main-Verkehrsverbund. |
| 1995 |
| 28. August: 56 Jahre nach der Zerstörung der Synagogen in Gießen wird im Burggraben das neu errichtete Zentrum der Jüdischen Gemeinde eingeweiht. |
| 1996 |
| Juni: Offiziell eröffnet wird das Zentrallager des Nürnberger Bundes. Es ist die erste Großansiedlung von Gewerbe in der jüngst von der Stadt erworbenen ehemaligen Steubenkaserne (Europaviertel). |
| 1997/98 |
| Gießen feiert sein Stadtjubiläum: 800 Jahre Ersterwähnung, 750 Jahre Stadt. |